Projekt

Frühzeitige REperfusionstherapie mit intravenöser Alteplase zur Wiederherstellung der Sehleistung (VISION) bei akutem Zentralarterienverschluss der Netzhaut (REVISION)

Akuter Zentralarterienverschluss der Netzhaut

Der nicht-arteriitische, thromboembolische Zentralarterienverschluss ist ein akuter neurovaskulär-ophthalmologischer Notfall, der in ca. 95% der Fälle zu einem schweren und dauerhaften Sehverlust im betroffenen Auge führt. Es handelt sich in der Regel um eine plötzliche, schmerzlose, andauernde Sehverschlechterung. Neben dem Verlust oder der Minderung der zentralen Sehschärfe beklagen die Patienten auch Gesichtsfeldausfälle. Trotz einer Vielzahl von verbreiteten Standardbehandlungen gibt es keine Therapie für den nicht-arteriitischen Zentralarterienverschluss. Innerhalb von nur vier Stunden nach der Unterbrechung des Blutflusses treten irreversible Schäden am Auge auf. Daher scheint eine schnelle Reperfusion, z.B. durch eine frühe Thrombolyse mit Alteplase, wie sie beim ischämischen Schlaganfall routinemäßig und erfolgreich  eingesetzt wird, ein naheliegender Therapieansatz. 

Zusammenarbeit von Augenärzten und Neurologen in der klinischen Studie REVISION

Die Wirksamkeit und Sicherheit der intravenöse Wiederherstellung des Blutflusses bei Zentralarterienverschluss soll nun in der vom Neurologischen Universitätsklinikum Tübingen und der Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf interdisziplinär initiierten Studie REVISION gezeigt werden. Die vom BMBF mit rund 4 Mio. Euro finanzierte Studie untersucht ob eine frühzeitige, d.h. innerhalb von 4,5 Stunden nach Beeinträchtigung des Auges, intravenöse Thrombolyse die Zerstörung der Netzhaut aufhalten kann. 

Bei REVISION handelt es sich um eine doppelblind und placebo-kontrollierte klinische Studie, in der an bis zu 30 deutschen Zentren 400 Patientinnen und Patienten behandelt werden sollen. 

„Time is Retina“

Die Inzidenz der Zentralarterienverschlüsse wird auf 0,85 pro 100.000 Einwohner geschätzt und ist somit ein seltenes Krankheitsbild. Um so wichtiger ist es, aktive Aufklärungsarbeit zu leisten, damit beim Auftreten eines Augeninfarktes unmittelbar die richtigen Schritte eingeleitet werden. Tritt nämlich die Sehverschlechterung innerhalb von Sekunden auf und existiert ein Schatten auf dem kompletten Auge, welcher unverändert andauert, ist unmittelbar eine Notfallversorgung einzuleiten. Eine weiterführende Diagnostik sollte durch einen Augenarzt erfolgen, die Notfallversorgung wird von Neurologen geleistet. 

Das Projekt wird vom BMBF vom 01.04.2020 bis zum 31.05.2024 mit 4.158.573,66 € gefördert.